Kreislaufwirtschaft

Ressourcenschonende Geschäftsmodelle


Das aktuelle Wirtschaftsmodell basiert auf einer extensiven Nutzung der natürlichen Ressourcen - Metalle, Mineralien, fossile Brennstoffe, Biomasse, Wasser und Land. Die negativen Auswirkungen dieser Nutzung auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit nehmen spürbar zu. Es wird geschätzt, dass die Gewinnung und Verarbeitung der Ressourcen zu Materialien, Brennstoffen und Lebensmitteln für etwa die Hälfte der Treibhausgasemissionen, mehr als 90% des Verlusts an Biodiversität und in gleichem Mass für Wasserknappheiten verantwortlich sind. Zudem ist zu erwarten, dass sich der Materialverbrauch bis 2060 nochmals verdoppelt. Deshalb setzt sich sanu durabilitas für die Umsetzung und Verbreitung von kreislauffähigen Geschäftsmodellen ein.

Kreislaufwirtschaft

Die lineare Wirtschaft ist ein veraltetes, aber immer noch dominantes Modell. Es folgt einer Logik des "Entnehmens, Herstellens, Konsumierens und Wegwerfens", die mit der Wahrung der Belastungsgrenzen der Erde unvereinbar ist. Im Gegensatz dazu bietet die Kreislaufwirtschaft eine Reihe von Instrumenten und Strategien, die darauf abzielen, Ressourcen- und Energieströme durch Reduzieren, Wiederverwenden oder Recyceln von Materialien auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette (Gewinnung, Produktion, Nutzung und Entsorgung) zu minimieren. Die Kreislaufwirtschaft ermöglicht es insbesondere, Ressourcen- und Energieflüsse zu verlangsamen, zu reduzieren und zu schließen und den Wert von Ressourcen, Materialien und Produkten in der Wirtschaft so lange wie möglich zu erhalten.

Veränderte wirtschaftliche Logik

Die Umsetzung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft erfordert tiefgreifende Veränderungen in der Art und Weise, wie Waren und Dienstleistungen konzipiert, produziert und vermarktet werden. Es handelt sich in der Tat um den Übergang von einer linearen ökonomischen Logik, die auf die Maximierung von Produktion und Konsum von Produkten abzielt, zu einer Kreislaufwirtschaftslogik. Letztere strebt Wertschöpfung durch intensive Nutzung über einen möglichst langen Zeitraum bei gleichzeitiger Minimierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs an. Dies bedingt aus Gründen der Wirtschaftlichkeit den teilweisen oder vollständigen Wechsel vom Verkauf der Ware selbst zum Verkauf deren Nutzung, wodurch der Hersteller den Restwert der Produkte nach der ersten und nachfolgenden Verwendungen zurückerhält. Der Hersteller oder Lieferant offeriert also eine Kombination von materiellen Produkten, deren Eigentümer er bleibt, und immateriellen Dienstleistungen. Dies erlaubt es ihm, seine Bemühungen zur Optimierung der Zuverlässigkeit, Haltbarkeit, Beständigkeit und Wiederverwendbarkeit seiner Produkte zu valorisieren.

Kreislauffähige Geschäftsmodelle

Diese neue Logik, die sich teilweise mit dem Ansatz einer funktionsorientierten Wirtschaft deckt, betrifft alle Aspekte von Geschäftsmodellen von Unternehmen. Der Begriff der Geschäftsmodelle bezieht sich hier auf die Art und Weise, wie ein Unternehmen Mehrwert generiert, ausliefert und abschöpft. Es sind deshalb in der Regel viele Aspekte betroffen (Ertragsmodell, Nutzenversprechen, Wertschöpfungsarchitektur, Kundengruppen, usw.). Konzeptionell können kreislauffähige Geschäftsmodelle in drei Hauptkategorien unterteilt werden:

  1. Modelle, die sich auf den Verkauf eines Produkts mit zusätzlichen Dienstleistungen (Wartung, Lieferung von Verbrauchsmaterialien, Rücknahme oder Pfandsystem) konzentrieren.
  2. Modelle, die sich auf den Verkauf der Nutzung eines Produkts konzentrieren. Zum Beispiel durch Miet- und Leasingmodelle, bei denen der Hersteller oder Lieferant Eigentümer des Produkts bleibt und die Verantwortung für Wartung und Reparatur übernimmt.
  3. Ergebnis- oder dienstleistungsorientierte Modelle, bei denen sich der Hersteller oder Lieferant und der Kunde auf ein funktionsorientiertes Ergebnis einigen, die konkrete Ausgestaltung der Dienstleistungserbringung jedoch dem Hersteller oder Lieferanten überlassen wird.

Den Übergang einleiten

Die Anwendung und Verbreitung solcher Geschäftsmodelle sind eine Voraussetzung für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft, sie garantieren jedoch nicht automatisch die Anwendung von kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien und die Nachhaltigkeit des ökonomischen Handelns. In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen will sanu durabilitas die Bedingungen für eine tatsächlich zirkuläre und nachhaltige Wirtschaft und die konkreten Schritte beim Übergang von linearen zu zirkulären Geschäftsmodellen im schweizerischen Kontext klarer herausarbeiten.


Unsere laufenden Projekte im Themenbereich Kreislaufwirtschaft




Publikationen zu Kreislaufwirtschaft

Diese Ausgabe von durabilitas.doc nimmt Geschäftsmodelle unter die Lupe, welche die Kreislaufwirtschaft fördern. Der durch die Rytec AG verfasste Bericht schafft Grundlagen, damit diese Geschäftsmodelle besser verstanden, ausgestaltet und in der Schweiz gefördert werden können. Ergänzt wird der Bericht durch Resultate eines Expertenworkshops zum gleichen Thema.


> Geschäftsmodelle zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft (PDF, 3.72 MB )

Wie müssen kreislauffähige Geschäftsmodelle ausgestaltet sein, damit ihr Potential zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Erzeugung positiver Umweltauswirkungen tatsächlich ausgeschöpft wird? Die vorliegende Vertiefungsstudie zeigt die zentralen Kriterien, deren Potentiale und Risiken in der Form anschaulicher Faktenblätter auf. Autorin ist die Rytec AG, die bereits den Grundlagenbericht verfasst hat.


> Vertiefungsstudie Geschäftsmodelle Kreislaufwirtschaft (PDF, 2.08 MB )



Aktuell

Interview mit Jacky Gillmann

«Wir müssen vorausdenken punkto möglicher zukünftiger Bedürfnisse.»

Jacky Gillmann leitete während vielen Jahren erfolgreich einen Baukonzern und beeinflusst noch immer als Verwaltungsrat dessen Entwicklungen. Im Interview spricht er über die dringendsten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung im Bereich Bauen und Quartierentwicklung.

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