Jenseits von Greenwashing: Unternehmen bringen die Kreislaufwirtschaft voran

Kreisläufe messen und bewerten ist gar nicht so einfach. Am 16. September haben sich in Biel Fachleute und Interessierte zu dieser Frage getroffen und ausgetauscht. Klar wurde, dass es durchaus Methoden und Indikatoren gibt, dass diese entweder zu komplex oder zu simpel sind und dass eine Mess- und Bewertungsweise allein nicht alle Bedürfnisse abdecken kann.

 

 

Zurzeit kann jede/-r behaupten, dass seine oder ihre Produkte kreislauffähig seien. Dieser Umstand kann in Werbekampagnen genutzt werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Ob sich ein Recycling praktisch umsetzen lässt und unter dem Strich tatsächlich ein Nutzen für die Umwelt resultiert, ist dabei manchmal sekundär. Nicht so für eine Handvoll Pionierunternehmen, die laufend Verbesserungen vorzuweisen haben und die durchaus dokumentieren wollen, wie und in welchem Mass es ihnen gelingt Material im Kreislauf zu führen und ob sie auf dem Pfad der Nachhaltigkeit sind. Diese Unternehmen suchen zurzeit intensiv nach Indikatoren, Messweisen und Bewertungsmethoden, mit denen sie sich anhand von soliden Zahlen mit anderen messen können.

 

 

 

An der Circular Innovation Ecosystem Session vom 16. September haben sich in der Dispo in Biel rund vierzig Fachpersonen aus der Forschung, Start-ups, KMU und aus grösseren Unternehmen getroffen. Die ehemalige Fabrikhalle bot eine ideale Umgebung für die Gruppendiskussionen, Vorträge und den persönlichen Austausch, sind doch alle Einrichtungsgegenstände und das Gebäude selbst «reused», sprich in einer zweiten Nutzung. Die Mehrfachnutzung ist ein wichtiges Element der Kreislaufwirtschaft. Den Teilnehmenden ging es jedoch nicht nur ums Netzwerken, sondern auch darum, eine für das Unternehmen geeignete Messweise der Kreislaufwirtschaft zu finden. Die Methode sollte es einerseits erlauben in der Unternehmenskommunikation bzw. der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf verständliche Art auszuweisen, dass Fortschritte erzielt wurden. Andererseits sollte sie interne Kennzahlen fürs Management liefern, die auch die Materialmengen und Umweltrelevanz der Ströme aufzeigen.

 

 

 

Der Austausch zwischen Forschenden und Wirtschaftsvertreter/-innen war sehr angeregt, beide Seite zeigten grosses Interesse an den Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Anwendung. Damit konnte sanu durabilitas als Organisatorin mit dem Wissenstransfer den Start eines sogenannten Innovations-Ökosystems einleiten. Die Veranstaltung wurde von Innosuisse finanziell unterstützt. Umsetzungspartner waren SAQ, Circular Globe und SHIFT Switzerland.

 

 

 

Die Erkenntnisse aus der Circular Innovation Ecosystem Session 2021 sind hier als Take-home messages (pdf) zusammengefasst. (coming soon)


Eindrücke der Veranstaltung finden Sie hier.